Fraisier – französische Erdbeertorte

Aurélie Bastian beschreibt ihn als den typischen Muttertagskuchen, bei uns wurde es eine Pfingsttorte: Fraisier, die französische Erdbeertorte mit Biskuitboden und Vanillecrème. Es ist das letzte Rezept, das ich aus dem Backbuch Französisch backen ausprobieren wollte, bevor ich meine abschließende Beurteilung über das Buch schreibe. Salzkaramellcrème und Brioche waren sanfte Einstiegsrezepte, diese Erdbeertorte aus dem Kapitel „Grandes occasions“ („Besondere Anlässe“) sollte der fulminante Abschluss werden. Sollte. Hätte. Werden können. Ich präsentiere Euch heute Rezept und Ergebnis, obwohl es nicht perfekt geworden ist. Heute also mehr ein Bericht als eine eindeutige Nachbackempfehlung!


Man sieht vielleicht schon: Die Crème hat bei mir nicht die gewünschte Konsistenz. Was genau schiefgelaufen ist? Ich kann es nicht mit Sicherheit sagen. Vielleicht habe ich die Crème nicht lang genug auf dem Herd gehabt, vielleicht danach nicht lang genug gekühlt. Vielleicht war es zu wenig Stärke, vielleicht stimmte mit den anderen Mengenangaben was nicht. Die Crème wurde nicht fest, keinesfalls so, dass ich sie hätte spritzen können. Ich habe mich dann trotzdem dazu entschieden sie zu verarbeiten, in der Hoffnung, dass sie vielleicht noch im Kühlschrank anzieht. Das war leider nicht so. Die Torte ließ sich daher kaum anschneiden, hielt nicht die Form.


Aber: Das Ergebnis war lecker. Ich teile mit Euch also dennoch das Rezept und vielleicht wagt ihr es ja trotzdem!

Zutaten für eine Torte (⌀20–22 cm*), Rezept S. 138 in Aurélie Bastians Buch Französisch backen
       *bei mir mehr so 18 cm

   Für den Biskuitteig:

   3 Eier (Größe M)
   90 g Mehl
   90 g Zucker
   1 TL Backpulver
   1 Messerspitze Vanille

   Für den Sirup:

   150 ml Wasser
   120 g Zucker
   3 EL Rosenblütenwasser

   Für die Crème mousseline à la vanille:

   250 ml Milch
   4 Eigelbe (Größe M)
   50 g Zucker
   20 g Stärke
   1 Messerspitze Vanille
   250 g Butter

   Für die Füllung:

   450 g Erdbeeren

   Für die Garnitur:

   150 g Marzipan (nach Belieben gefärbt)
   Erdbeeren

Zu den Zutaten:

Rosenblütenwasser bekommt man in der Apotheke oder in orientalischen bzw. fernöstlichen Geschäften. Bei der Vanille musste ich passen und habe stattdessen je ein Tütchen Vanillezucker verwendet.

Zubereitung:

Den Backofen auf 180 Grad Umluft vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen.

Für den Biskuitteig die Eier trennen und das Mehl sieben. Das Eiweiß schlagen, bis es beginnt, weiß zu werden. Dann nach und nach den Zucker zugeben und 2–3 Minuten steif schlagen. Nach und nach die Eigelbe einrühren. Dann Mehl, Backpulver und Vanille(zucker) zugeben und cremig schlagen.

Den Teig aufs Backpapier gießen, glattstreichen und etwa 15 Minuten backen. Danach das Backpapier lösen und den Boden abkühlen lassen. Zwei Kreise „à 20 bis 22 Zentimeter ausschneiden (oder so groß wie beim Blech möglich, siehe dazu unten).

Für den Sirup Wasser und Zucker aufkochen, vom Herd nehmen und rühren, bis der Zucker aufgelöst ist. Das Rosenblütenwasser dazugeben und kaltstellen.

Für die Crème mousseline à la vanille die Milch mit der Vanille in einem Topf zum Kochen bringen. Eigelb und Zucker in einer separaten Schüssel cremig weiß schlagen, dann die Stärke einrühren. Die Milch hinzufügen und rühren, bis sich alles verbunden hat. Zurück in den Topf geben und auf mittlerer Hitze rühren, bis die Crème andickt.

Vom Herd nehmen und 80 g der Butter in kleinen Würfeln zugeben und einrühren, bis die Butter geschmolzen ist. Die restliche Butter cremig schlagen und die lauwarme Crème nach und nach unterrühren. Mit Frischhaltefolie abdecken und 30–45 Minuten kühlstellen.

Die Erdbeeren waschen, putzen und halbieren. Die Biskuitböden mit dem Sirup anfeuchten.

Einen Tortenring mit Backpapier auslegen und auf eine Tortenplatte setzen. Einen Biskuitboden hineinlegen und den Rand mit halbierten Erdbeeren belegen.



Die Crème mousseline à la vanille in einen Spritzbeutel geben und zwischen die Randerdbeeren spritzen, sodass alles zusammenhält. 2/3 der Crème auf dem Kuchenboden verteilen und mit reichlich Erdbeeren bedecken. Restliche Crème aufspritzen und die Biskuitoberseide drauflegen. Den Kuchen 20 Minuten kaltstellen.

Das Marzipan ausrollen, einen entsprechend großen Kreis ausschneiden, auf die Torte legen und mit Erdbeeren dekorieren.



Zur Zubereitung:

1.) Mein Backblech hat eine ziemliche Standardgröße und dort ist es nicht möglich, zwei Kreise von 20 cm auszuschneiden. Gut 18 cm waren meine Kreise deshalb nur und mir blieb sehr viel Biskuitteig über.

2.) Der Rosenblütensirup blieb sehr flüssig und obwohl ich das Gefühl hatte, die Böden ordentlich zu beträufeln, blieb davon sehr viel übrig.
 
3.) Die Sache mit der Crème. Die Zutaten sind im Rezept aufgelistet, für die Anleitung muss man jedoch auf ein früheres Rezept zurückblättern. Dort sind andere Mengen und z. T. auch andere Zutaten verwendet und so muss man vorher alles abwiegen, wenn man nicht ständig hin- und herblättern will. 20 g Stärke sollen laut Rezept nur an die Crème, beim ursprünglichen Rezept sind es 50 g Mehl auf etwas weniger als die doppelte Milchmenge. Ich habe mich ansonsten ans Rezept gehalten, meine Crème wurde aber wie gesagt nicht fest. Hätte ich sie länger auf dem Herd lassen müssen? Länger kühlen müssen? Obwohl die Crème bei mir nicht spritzbar war, habe ich mich dazu entschieden, mit dem Rezept fortzufahren und es einfach zu wagen. Den fertigen Kuchen habe ich weit länger gekühlt, als angegeben, aber es half nichts, die Crème zog nicht wirklich fest. Vielleicht noch mehr Zeit?

4.) Das Marzipan habe ich selbst grün eingefärbt (weil es im Buch auch grün war) und dann zwischen zwei Lagen Backpapier ausgerollt, das klappte hervorragend.



Das Ergebnis:

Es ließ sich nicht schneiden, es zerlief sehr, aber: Es war lecker. Biskuit, Erdbeeren, Vanillecrème, köstlich! Natürlich war ich vom Ergebnis enttäuscht, weil ich mir nach so langer Zeit in der Küche gewünscht hätte, dass es besser wird.


Also, schnappt Euch einen Löffel!

Lasst es Euch gut gehen!
Eure


4 Kommentare:

  1. es ist schade, wenn ein Rezept nicht gut funktioniert, aber wenigstens hat es geschmeckt...
    Als Laie kommt mir vor, dass der Sirup zu viel Wasser enthält, mit weniger wird er natürlich dicker. Die Mengenverhältnisse der Puddingcreme sind bei meiner (ital.) Crema pasticcera ganz ähnlich, ich rühre sie nach dem Eindicken noch kalt und kühle sie sehr gut, nicht nur lauwarm. Bei mir kommt noch etwas geschlagenes Obers in die Creme und keine Butter, es sieht bei deinem Rezept nach seeehr viel Butter aus...
    Danke dir fürs Zeigen! lg

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    1. Danke, liebe Friederike, für Deinen Kommentar! Ja, ich denke auch, dass die Crème mehr hätte gekühlt werden müssen. 250 g Butter auf so ein Törtchen ist natürlich wirklich viel, das fand ich auch. Aber geschmacklich war es wirklich gut! : )

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  2. Tolle Fotos! Mir läuft das Wasser im Mund zusammen.

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