Pasta Frutti di Mare

„nudel, f. ein erst um die mitte des 16. jh. [...] aufkommendes wort, dessen volle form im schlesischen knudel erhalten zu sein scheint, so dasz es zu knote und dem dazu abgeleiteten knödel (mehlklosz) gehören würde, wofür im flämischen gebiete auch noedel vorkommt [...]
1) ein durch walgern, kneten, pressen, schneiden in verschiedene formen (walzen-, laib-, klosz-, röhren-, riemen-, fadenförmig) gebrachter teig aus weizenmehl, roh oder als speise gekocht; die besonderen arten der nudeln werden durch adjectiva (grosze, kleine nudeln, lange nudeln), durch participia (geschnittene nudeln, gedrehte, gestutzte, gehefelte, aufgegangene u. s. w. nudeln, gefüllte nudeln) oder durch composition näher bestimmt, s. dampf-, druck-, farben-, finger-, gerben-, haus-, hefen-, kessel-, kirchtag-, kitzer-, kraut-, laibel-, milch-, rohr-, schmalz-, schott-, schupf-, schutz-, steck-, topfen-, zwetschgennudeln [...]“
– Grimmߴsches Wörterbuch 


Heute gibt es Pasta! Und wie im Grimmߴschen Wörterbuch so schön erklärt: Ich habe diese gewalgt, geknetet, gepresst und in Form geschnitten. Selbstgemachte Nudeln gibt es hier viel zu selten und ich frage mich, warum. Natürlich ist es sehr viel aufwändiger, als eine Packung Nudeln zu kochen. Aber es ist auch so viel erfüllender! Ich habe mir die Nudelmaschine meines Schwiegervaters geliehen und gleich die doppelte Menge gemacht.

Einen Teil der Pasta habe ich dann direkt in eine wunderbare Pasta Frutti di Mare verwandelt. Meeresfrüchte satt, Weißwein, Sahne, Zitrone – das ist für mich ein absolutes Urlaubs- und Wohlfühlessen. Im Urlaub mag ich es auch durchaus, wenn die Muscheln noch in der Schale sind oder die Garnelen noch ungeschält; für zuhause habe ich mich aber für die küchenfertige Alternative entschieden. Aber natürlich gilt hier: Nehmt, was ihr mögt und, was der Fischhändler Eures Vertrauens Euch anbietet.


Zunächst geht es an die Pasta. Wenn ihr darauf keine Lust oder dafür keine Zeit habt, dann könnt ihr natürlich auch fertige Nudeln verwenden!


Pasta-Grundrezept:

250 g Hartweizengrieß
250 g Weizenmehl Typ 00
3 Eier (bei mir Größe L, bio)
2 TL Olivenöl
eine Prise Salz
etwas kaltes Wasser

Zubereitung:

Mehl, Grieß und Salz in einer Schüssel mischen. In die Mitte eine Mulde formen und die Eier sowie das Öl zugeben. Zu einem Teig verrühren, dann mit den Händen kneten, bis der Teig glatt und geschmeidig ist, nicht mehr klebt, aber auch nicht bröckelt. Dafür muss man evtl. noch etwas Wasser zugeben (wenn der Teig zu trocken ist) oder etwas Mehl (wenn der Teig noch klebt).

Den Teig in Frischhaltefolie wickeln und mindestens 30 Minuten ruhen lassen. Danach noch einmal auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche durchkneten und mit Hilfe einer Nudelmaschine walzen.

Tipp: Es ist einfacher, erst einmal nur einen Teil des Teiges zu verwenden (z. B. 1/3 oder 1/4) und den Rest wieder einzuwickeln, damit er nicht austrocknet.


Beim Walzen mit der breitesten Einstellung anfangen. Am Anfang am besten mehrfach durch diese Breite drehen, dabei den Teig einmal falten.


So erhält der Teig die Nudelplattenform und wird schön geschmeidig. Dann nach und nach die Breite reduzieren, bis der Teig die gewünschte Stärke erreicht hat. Dabei werden die Teigbahnen natürlich immer länger. Im Zweifelsfall also einfach beherzt einmal durchschneiden und die Teile nacheinander verarbeiten. Dafür am besten mit etwas Mehl bestäuben, damit der Teig nicht verklebt.


Schließlich in die gewünschte Form bringen. Ich wollte breite Bandnudeln haben und habe auch dafür einen Aufsatz der Nudelmaschine verwendet, man kann die Pastaplatten aber auch mit einem Messer schneiden.


Die Bandnudeln kann man nun direkt in Salzwasser garen, oder erst einmal ein wenig antrocknen lassen (z. B. während man den restlichen Teig verarbeitet) und dann kochen. Je nachdem, wie trocken die Nudeln wurden, verlängert sich die Kochzeit. Ganz frische Nudeln brauchen etwa 3–5 Minuten.

[Man kann die fertig vorbereitete Pasta auch einfrieren und dann direkt gefroren ins sprudelnd kochende Wasser geben, die Kochzeit verlängert sich dabei um einige Minuten.]

Das war der größte Aufwand, versprochen. Der Rest geht nun ganz schnell!


Für die Pasta Frutti di Mare:

360 g Frischteig-Nudeln (etwa die Häfte vom oberen Rezept)

1 Zwiebel, fein gewürfelt (rund 100 g)
Olivenöl
2 Knoblauchzehen, fein gehackt

300 g Tintenfischringe, küchenfertig
300 g Miesmuscheln, küchenfertig, ohne Schale
200 g Garnelen, küchenfertig, geschält

200 ml Weißwein
200 ml Sahne
etwas Speisestärke
Abrieb einer Zitrone
Salz


Zubereitung:

Die Frischteig-Nudeln in Salzwasser bissfest garen und abgießen.

Das Olivenöl in einer Pfanne langsam erhitzen und die Zwiebel darin glasig anbraten. Die Hälfte des Knoblauch zugeben und kurz mit andünsten. Die Tintenfischringe zugeben und 2 Minuten mit anbraten, dann Muscheln und Garnelen zugeben. Mit Weißwein ablöschen und aufkochen lassen, bis die Meeresfrüchte gar sind. Je nach gewünschter Konsistent etwas Speisestärke in etwas Sahne anrühren und zur Mischung geben. Aufkochen lassen, sodass es andickt. Mit der Sahne, dem restlichen Knoblauch, dem Zitronenabrieb und Salz abschmecken.

Die gegarten Nudeln in die Sauce geben und unterheben, sodass sich die Sauce über die Nudeln zieht. Mit etwas Zitronenschale oder frischen Kräuter bestreuen und mit einem Glas Weißwein servieren.




Mit meiner Pasta bin ich heute in guter Gesellschaft, denn es ist Zeit für eine neue Runde von All you need is ... – und heute braucht man nur Bella Italia!

Mit dabei sind:

Möhreneck Ragù Bianco - weiße Bolognese (vegan)
Linal’s Backhimmel Schoko Panna Cotta
Münchner Küche Cantuccini mit Aprikosen, Pistazien & Rosmarin
Applethree Gnocchi Auflauf Rezept vegetarisch
moey’s kitchen Sardenaira: ligurische Focaccia – Pizza mal anders
Jankes*Soulfood Arancini di riso - sizilianische Reisbällchen
Volkermampft Pane di Altamura - italienisches Hartweizen Brot
zimtkringel Tagliatelle con le Noci - selbstgemachte Pasta mit Walnüssen
Brotwein Ribollita - Toskanische Gemüsesuppe mit Bohnen
Kartoffelwerkstatt Gefüllte Gnocchi
Langsam kocht besser Hausgemachte Tagliatelle mit Tomaten-Ricotta-Sauce
Küchenmomente Torta della nonna
ninamanie Spaghetti a la Puttanesca
Karambakarinas Welt Lasagne
Mein wunderbares Chaos Delizie al Limone
Schlemmerkatze Biscotti al limone
Küchentraum & Purzelbaum Focaccia mit Tomaten
Kleines Kuliversum Gnudi al burro e salvia - Ricotta Gnocchi mit Butter und Salbei
SavoryLens Fettuccine mit grünem Spargel, Erbsen und Burrata
S-Küche Parmigiana di melanzane

Lasst es Euch gut gehen!
Eure






7 Kommentare:

  1. So ein schöner Klassiker! Pasta mit Frutti di mare wären jetzt genau das Richtig zu Mittag. Lieben Gruß Sylvia

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  2. Liebe Marie-Louise,
    danke für die wunderbare Anregung! Darauf hätte ich jetzt große Lust. Und der Aufwand hielte sich bei mir auch in Grenzen. Fürs Pastamachen ist nämlich mein Mann zuständig.
    Herzlichst, Conny

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  3. Liebe Marie-Louise,

    ich liebe Pasta mit Frutti di mare, da kommt bei mir sofort ein Hauch von Urlaubsfeeling auf. Wobei deine Pasta garantiert auf der heimischen Terrasse genauso gut schmeckt :-) .

    Herzliche Grüße
    Tina

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  4. Hallo Marie-Louise,

    die Pasta sieht toll aus. Da würde ich gerne eine Portion von nehmen.

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  5. Die Pasta sieht traumhaft aus. Schickst du mir eine Portion?
    Liebe Grüße,
    Kathrina

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  6. Liebe Marie-Louise,
    auch wenn Meeresfrüchte nicht mein Fall sind, liebe ich eine gute Weißwein-Sahne-Sauce. Gerade die Kombination mit einem Spritzer Zitrone gefällt mir richtig gut. Merke ich mir für meine nächste Sauce. :)

    Liebe Grüße
    Nadine

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  7. Oh, das sieht einfach so lecker aus liebe Marie-Louise!
    Liebe Grüße
    Caroline

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