Herzhafte Apfel-Tarte

„Danach gieng es weiter und kam zu einem Baum, der hieng voll Äpfel, und rief ihm zu ‚ach schüttel mich, schüttel mich, wir Äpfel sind alle mit einander reif.‘ Da schüttelte es den Baum, daß die Äpfel fielen als regneten sie, und schüttelte bis keiner mehr oben war; und als es alle in einen Haufen zusammengelegt hatte, gieng es wieder weiter.“ 

– Frau Holle (KHM 24)

 

Wir alle wissen, dass die goldene Jungfrau von Frau Holle für ihren Fleiß und ihre guten Tugenden reicht belohnt wird. Die Frage, die aber offen bleibt: Was passierte eigentlich mit den ganzen Äpfeln? Nirgends steht im Märchen etwas von Gläsern voller Apfelmus oder Blechen voller Hefekuchen. Zeit, dass sich diese Wissens- und Phantasielücke schließt – Zeit für einen Ausflug ins Schlaraffenland der Apfelträume!

 


In dieser Tarte wird der Apfel herzhaft kombiniert, mit geschmorten Zwiebeln, Ziegenfrischkäse, Gorgonzola und Thymian. Diese cremige, intensive Füllung wird auf knusprigem Mürbeteig gebettet und dann goldbraun gebraten.



Zutaten für eine große Tarte-Form:

 

400 g Dinkelmehl 
200 g Butter
2 Eier
1/2 TL Salz
1 TL Thymian, fein gehackt
 
nach Bedarf etwas kaltes Wasser
 
Hülsenfrüchte zum Blindbacken
 
6 Zwiebeln (geschält ca. 450 g) 
4 große Äpfel (entkernt ca. 550 g)
1 EL Butter
150 g Ziegenfrischkäse
200 g Gorgonzola
Salz, Pfeffer und Thymian nach Geschmack

Zubereitung:

Für den Mürbeteig alle Zutaten miteinander verkneten, bis ein homogener Teig entstanden ist. Wenn der Teig zu trocken ist (je nach Größe der Eier), noch etwas kaltes Wasser zufügen. Zu einer runden Platte formen und in Frischhaltefolie gewickelt für ca. 30 Minuten kalt stellen. 
 
Den Ofen auf 200 Grad Umluft vorheizen. Den Teig dann in Formgröße ausrollen und eine gefettete Form damit auskleiden. Übrige Teigreste kann man – je nach Belieben – zu Dekorationselementen formen und später auf die Tarte legen. Den Teig mit Backpapier abdecken, mit Hülsenfrüchten beschweren und für rund 15 Minuten vorbacken, dann aus dem Ofen nehmen.

In der Zeit die Zwiebeln halbieren und in Ringe schneiden. Die Äpfel entkernen, vierteln und in Scheiben schneiden.

In einer Pfanne oder einem Topf die Butter bei mittlerer Temperatur zerlassen und die Zwiebeln darin braten, bis sie erst glasig und dann leicht gebräunt sind. Dann die Apfelscheiben zugeben und – unter gelegentlichem vorsichtigen Wenden – für rund 15 Minuten mit andünsten. Dann den Ziegenfrischkäse und den Gorgonzola (grob zerkleinert) zugeben, unterheben und aufkochen lassen. Mit Salz, Pfeffer und Thymian abschmecken.

Die Apfel-Zwiebel-Blauschimmel-Mischung auf dem vorgebackenen Tarteboden verteilen, ggf. mit dem übrigen Mürbeteig dekorieren und die Tarte dann für rund 30 Minuten backen, bis sie goldbraun ist. Ggf. nach der Hälfte der Zeit mit Alufolie abdecken, damit sie nicht zu dunkel wird (denn leider schreit die Tarte nicht: „ach, zieh mich raus, zieh mich raus, sonst verbrenn ich: ich bin schon längst ausgebacken.“)

Servieren – dazu passt ein Gläschen Apfelwein ganz hervorragend!
 

 

 
Aber natürlich gibt Frau Holles Apfelbaum viel mehr als nur diese vier Äpfel für die herzhafte Tarte her. Wie gut, dass wir heute eine ganze Apfelrezeptsammlung für Euch haben!

Mehr wunderbare Apfelrezepte gibt nämlich bei:


Linal's Backhimmel: Apfel-Käsekuchen 
USA kulinarisch: Apple Crumble 
 
Jankes*Soulfood: Flammkuchen "Himmel & Erde" 
Lebkuchennest: Apfel-Quarkknödel  
Küchentraum & Purzelbaum: Apfelmus-Torte mit Pudding 
zimtkringel: Dutch Baby mit Apfel 
Feed me up before you go-go: Apfel-Karamell-Käsekuchen mit Streuseln 
 
evchenkocht: Apfel-Gyoza 
Küchenmomente: Apfel-Brownies 
Kochen mit Diana: Omas Apfelschnitte 
 
Teekesselchen Genussblog: Apfelbutter (vegan) 
 
 
Habt es schön und gemütlich!

Eure









 


15 Kommentare:

  1. Die Kombination hatte ich schon auf Flammkuchen. Als Tarte ist sie bestimmt genauso köstlich!
    Viele Grüße Sylvia

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    1. Ja, bei einem Flammkuchen passt das auch super, finde ich. Hier ist halt viel Füllung auf wenig Teig, fast, wie bei einem Zwiebelkuchen... : )

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  2. Die Idee mit dem ausgestochenen Apfel ist ja super süß. Schmeckt bestimmt toll!
    Lieben Gruß,
    Ina

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    1. Dankeschön, die Idee hatte ich spontan bei den Teigresten und bin froh, dass das Ausschneiden frei Hand so gut geklappt hat!

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  3. Die Tarte sieht ja richtig toll aus. Die ausgestochenen Äpfel darauf gefallen mir total gut.
    Liebe Grüße, Kathrina

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    1. Danke, es freut mich sehr, dass meine spontan frei Hand geschnittenen Motive so gut ankommen! : )

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  4. Herzhaft und fruchtig mag ich unheimlich gerne. Die Tarte ist für mich wirklich ein märchenhaftes Träumchen!
    Liebe Grüße
    Simone

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  5. Wie hübsch - die Tarte, der ausgestochene Apfel, das Goldrandgeschirr... Hast du noch ein Stückchen für mich?

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  6. Wie süß dein Storytelling ist, liebe Marie-Louise ♥ Frau Holle wäre heute sehr glücklich mit den vielen, schönen Rezepten!

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  7. Liebe Marie-Louise,
    wie schön, dass du auch mit von der Partie bist! Deine herzhafte Tarte ist ja wirklich richtig hübsch und in der Kombination bestimmt auch wahnsinnig lecker.
    Vielen Dank für die tolle Idee!
    Herzliche Grüße
    Tina

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  8. Hallo liebe Marie-Louise,
    erst jetzt geht mir auf, dass Goldmarie da ganz schön nachlässig war. Erst die Äpfel runterschütteln und dann liegen lassen?! :-D Wenn du sie mal besser früher inspiriert hättest! Deine Tarte finde ich herrlich und die Aromen sind ganz mein Fall!
    Liebe Grüße,
    Eva

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  9. Wunderbare Füllung, ganz nach meinem Geschmack. Und nach Frau Holles bestimmt auch! :D
    LG
    Sabrina

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  10. Oh wie schön, ein herzhaftes Apfelrezept! Oft denkt man ja automatisch nur an den (süßen) Apfelkuchen...
    Liebe Grüße
    Caroline

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