Oma Ernas Kartoffelklöße

O, wenn die Glocken erklingen 
Schnell sie das Christkind hört
Tut sich vom Himmel dann schwingen
Eilet her nieder zur Erd’ [...]“
 Friedrich Wilhelm Kritzinger
 
Weihnachtslieder? Anfang November? Ist sie nun vollkommen verrückt geworden?
 
Vielleicht: ich summe aber definitiv weiter fröhlich „Süßer die Glocken nie klingen“ vor mich hin, nippe an meinem Kinderpunsch und vernasche heimlich einen Dominostein. Kartoffelklöße, zugegeben, gibt es bei uns eigentlich nur am ersten Weihnachtsfeiertag. Und angebraten in Scheiben am zweiten Weihnachtstag. Als es nun aber an der Zeit war für „All you need is... Klöße“, da war klar, dass wir die traditionellen Kartoffelklöße auf den Tisch und damit auf den Blog bringen müssen. Und was lockt das Christkind schließlich mehr, als das Wissen, dass gerade Klöße auf den Tisch gestellt werden? 


Dazu gibt es heute das Kraut-Gulasch nach dem Rezept von Lebkuchennest. Das hat Isabella neulich erst für „Saisonal schmeckt’s besser“ verbloggt ‒ und mich damit total begeistert. Ein Grund mehr, mal bei ihr vorbeizuschauen! 

Hier geht es weiter mit Oma Ernas Klößen. Erna ist die Oma meines Mannes ‒ strenggenommen also meine Schwiegeromi ‒ und eine ganz wunderbare Frau. Traditionell sieht der Weihnachtsmorgen im Hause Lange so aus: Mein Schwiegervater brät die Gans bzw. die Gänse. Seit ich in der Familie bin, bekommt er dabei mal mehr oder mal weniger Hilfe von mir, in den letzten Jahren auch noch von seinem jüngeren Sohn, meinem Schwager Arne. Derweil treffen sich unten im Hause Oma Erna, (Groß-) Tante Reni und mein Mann, Johann Friedrich, für die Kloßaktion. Klöße für mindestens sieben kloßverliebte Leute für zwei Tage ‒ das erfordert geballte Kraft. 

Wir hatten es für die heutigen Klöße etwas einfacher: Wir brauchten nur genug für zwei hungrige, kloßbegeisterte Menschen. Und das Gulasch konnte ich natürlich wunderbar vorbereiten, sodass es quasi von selbst im Ofen garte.
 

 
Die Zubereitung der Kartoffelklöße ist eine ganz eigene Wissenschaft, ich kann euch keine genauen Gewichte und Größen nennen, es ist mehr ein Prozess, für den man ein Gefühl bekommen muss.

Zutaten für ca. 9 Klöße (beliebig anpassbar!):
 
18 mittelgroße Kartoffeln, mehligkochend
Salz
Majoran 
Weißbrot
Butter

Zubereitung:

Am Abend vorher die Hälfte der Kartoffeln in Salzwasser gar kochen, pellen und über Nacht abkühlen lassen. Dann grob reiben.

Die andere Hälfte der Kartoffeln schälen und mit einer Reibe oder in der Küchenmaschine in eine separate Schale grob reiben. Die rohe Kartoffelmasse portionsweise mit einem Küchenhandtuch auswringen, sodass kleine feste Kartoffelklumpen entstehen. Die aus dem Tuch austretende Flüssigkeit getrennt auffangen. 
 

Die ausgewrungenen Kartoffelklumpen „entzusseln“ und mit den gekochten Kartoffelraspeln mischen. 
 
Am Küchenhandtuch ggf. abgesetzte Kartoffelstärke vorsichtig mit einem Messer abkratzen und zu den Kartoffelraspeln geben. Die aufgefangene Flüssigkeit vorsichtig weggießen ‒ am Boden hat sich vermutlich noch Stärke abgesetzt. Diese ebenfalls zu den Kartoffeln geben. Wenn die Kartoffeln nicht besonders stärkehaltig gewesen sind, kann man noch etwas gekaufte Kartoffelstärke zugeben. Das ist ein bisschen Gefühlssache und spielt sich mit der Zeit ein, bis ihr so alt wie Oma Erna seid, habt ihr das wie selbstverständlich drauf!
 
Die Masse mit Salz und Majoran würzen und gründlich durchkneten. 

Weißbrot würfeln und in einer Pfanne in reichlich Butter rösten und salzen. Immer mehr Brotwürfel rösten, als es Klöße geben soll, weil die Brotwürfel so köstlich sind, dass sie sich auf wundersame Weise schnell minimieren...

Die Hände leicht anfeuchten, eine Hand voll Kloßteig nehmen, mittig eine Mulde formen, ein Stück geröstetes Brot hineingeben und drumherum zu einem Kloß verschließen und glatt rollen.
 
 
In einem großen Topf reichlich Salzwasser zum Kochen bringen, dann auf niedriger Stufe sieden lassen und die Klöße ins Wasser geben. Nach etwa zehn Minuten steigen die Klöße an die Wasseroberfläche. Ab und zu mit einem Löffel anstupsen, damit sie sich etwas drehen und von allen Seiten gleichmäßig gegart werden. Je nach Größe der Klöße rund 30 Minuten garen. Zum Überprüfen, ob die Klöße gar sind, am besten einen aus dem Wasser nehmen und probieren.

Dann servieren!




Nun, Kloßfreunde, aufgepasst! Mehr wunderbare Rezepte gibt es bei:


Bleibt gesund und munter!


Eure









10 Kommentare:

  1. Liebe Marie-Louise,

    deine Kartoffel-Köße mit Majoran klingen köstlich. Ich finde sowieso Omas Rezepte die Besten.
    Wünsche Dir noch einen schönen Sonntag.

    Herzliche Grüße

    Susan

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  2. Genau solche Kartoffelklöße will ich schon eine ganze Weile mal selber ausprobieren. Bisher habe ich mich noch nie dran getraut, aber hier liest es sich gar nicht sooo schwer, auch wenn es wohl etwas Gefühlssache und Pi mal Daumen mit dem Teig ist.
    Liebe Grüße Sylvia

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    1. Ich drück Dir dafür die Daumen! Man bekommt den Dreh gut raus, finde ich...

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  3. Ein super Rezept, das wird auf jeden Fall ausprobiert. Meine Kinder wollen schon die ganze Zeit mal wieder Klöße essen und mein letzter Versuch kam nicht ganz so gut an...
    Liebe Grüße

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  4. Liebe Marie-Louise,
    vielen Dank, dass du das Klöße-Rezept deiner (Schwieger)Oma Erna mit uns teilst! Meine Oma Erna hat sie genauso zubereitet und wir haben sie alle geliebt, ihr Kartoffelklöße...Ich habe mich da bisher nicht rangetraut, vielleicht mach ich das dieses Jahr zu Weihnachten doch mal?
    Liebste Grüße
    Tina

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  5. Hallo liebe Marie-Louise,
    ach, ich hoffe, dass sie mir auch so schön gelingen. Und mein neues Lieblingswort ist entzusseln. Das ist so cool. Danke für dieses wunderbare Rezept. Da mache ich mich zeitnah dran!
    Liebe Grüße,
    Eva

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    1. Das freut mich sehr, dass Dir das Wort Freude bereitet! : ) Und ich bin gespannt, auf Dein Urteil, wenn es Du die Klöße ausprobierst!

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