Biscuits mit Kaffeebutter

Als ich dieses Rezept las, wusste ich sofort, dass ich es ausprobieren möchte. Ich ahnte nicht, dass es mich an den Rande der Verzweiflung treiben würde. Aber: Ende gut, alles gut.




{Das Rezept stammt aus dem Buch Mit dem LITTLE LIBRARY COOKBOOK durchs Jahr von Kate Young, S. 90. Dieses Buch habe ich als kostenfreies Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen. Eine weitere Bezahlung ist nicht erfolgt. Meine Meinung ist unbeeinflusst.}


Was war passiert?

Zunächst gingen uns die Kaffeebohnen aus. Normalerweise verwenden wir bereits gemahlenen Kaffee. Erst kürzlich hatte ich jedoch zwei verschiedene Kaffeesorten als ganze Bohnen gekauft. Durch die Freistellung, die viele Zeit zuhause und die intensive Arbeit an meiner Masterarbeit, habe ich mich jedoch auch mehr mit Kaffee und verschiedenen Zubereitungsmethoden beschäftigt. Und plötzlich waren also die Kaffeebohnen leer. Ein Zustand, den man natürlich schnell beheben kann. Kein wirkliches Problem.

Beim Herstellen der Kaffeebutter passierte dann das eigentliche Malheur. Die Sahne muss geschlagen werden, bis sie sich in Butter und Buttermilch trennt. Das habe ich die Küchenmaschine machen lassen, allerdings – und das war der große Fehler – ohne Abdeckung. Die Schale war groß, die Sahnemenge klein, was sollte also passieren?

Der Prozess dauerte eine kleine Weile und in der Zwischenzeit kam mein Mann mit Einkäufen nach Hause. Ich half ihm, diese zu verstauen, als ich auf einmal ein unangenehmes Plätscher-Geräusch vernahm: Mit großer Geschwindigkeit wirbelte die Küchenmaschine mit der mittlerweile entstandenen Butter am Rührbesen die Buttermilch durch die gesamte Küche. Überall war Buttermilch – im wunderschönen Farbton Latte macchiato. Spritzer auf der Tapete, eine Lache auf der Arbeitsfläche und auf dem Boden und das aufgeschlagene Backbuch hatte natürlich auch eine ordentliche Portion abbekommen.

Die 300 ml Buttermilch hatten sich auf die Hälfte reduziert und ich konnte mich an den Tipp halten, Joghurt zuzufügen, falls mehr Buttermilch benötigt wird, als das Buttermachen ergibt. Eine kleine Putzaktion später konnte es weitergehen. Der Teig wurde dann jedoch viel zu weich und klebrig, ihn auszurollen oder zu formen war quasi unmöglich. Also habe ich nach eigenem Gefühl Mehl zugefügt und etwas improvisiert den Teig auf meiner Arbeitsfläche verteilt. Mit einem Glas sollten Taler ausgestochen werden – ähnlich wie bei Scones. Leider gab es keine Angabe zur Glasgröße, als Ergebnis wurden allerdings 8 Biscuits angegeben. Bei mir wurden es, mit meinem recht großen Tumbler, 12 Stück. Mehr Biscuits, prima! Nach den angegeben 12 Backminuten waren diese noch nicht so richtig braun und auch nicht so richtig groß aufgegangen. Aber sie sahen aus, wie meine Scones sonst aussehen, ich habe ihnen noch ein paar Minuten gegönnt und sie dann herausgeholt.

 
Es duftete herrlich nach Kaffee und ich hatte das Gefühl, dass wir uns nun diese Leckerei so richtig verdient hatten. Der erste Bissen, draußen, auf dem Balkon, bei Sonnenschein, mit dem Mann. Hm. Ein tolles Kaffeearoma, ja, der Teig schön mürbe, aber irgendwie alles nicht süß. Ich dachte über das Rezept und die Zubereitung nach und war sicher: Ich habe keinen Zucker in der Hand gehabt. Die Frage war nun also: Soll es so, oder habe ich bei all dem Trubel was überlesen oder vergessen? Der Mann holte Zucker und brachte, auf dem Weg, das Backbuch mit. Wir stellten daraufhin zwei Dinge fest:

1. Es soll tatsächlich kein Zucker rein.
2. Aber mit Zucker schmeckt es viel besser.

Wir haben uns die aufgeschnittenen, mit Kaffeebutter bestrichenen Biscuits also leicht gezuckert, was das Aroma wunderbar unterstrichen hat und es in ein rundes Geschmackserlebnis verwandelte. Beim nächsten Mal würde ich also beides, Biscuits und Kaffeebutter, leicht süßen.


Zutaten für 8–12 Biscuits und eine ordentliche Portion Kaffeebutter

50 g Kaffeebohnen
400 g Sahne
100 ml Milch
1 Prise Meersalzflocken

125 g kalte Butter
340 g Mehl (ggf. mehr!)
5 g Salz
20 g Backpulver
300 ml Buttermilch (die sollte beim Buttermachen entstehen, alternativ weitere Buttermilch oder etwas Joghurt zufügen)
30 g Butter, geschmolzen

Zubereitung:

1. Die Kaffeebohnen in einer Kaffeemühle oder Küchenmaschine grob zerkleinern. In eine Schüssel füllen, mit Sahne übergießen und abgedeckt 24 Stunden kalt stellen und ziehen lassen.

2. Am nächsten Tag die Sahne durch ein Sieb abseihen. Die Milch ebenfalls über die Kaffeebohnen zur Sahne gießen. Die Milch-Sahne-Mieschung mit dem Handrührgerät oder der Küchenmaschine steif schlagen und so lange weiterschlagen, bis sich Butter und Buttermilch voneinander trennen. Das dauert eine kleine Weile. Währenddessen im eigenen Interesse einen Deckel/Spritzschutz verwenden, nicht weggehen, sondern gut aufpassen.

3. Ein mit einem sauberen Küchenhandtuch ausgekleidetes Sieb in eine Schüssel hängen und die Butter-Buttermilch-Masse hineingießen. Alle Butterstücken zugeben. Mit einer Prise Salz und ggf. etwas Zucker vermischen, dann das Tuch kräftig auswringen und dabei die austretende Buttermilch auffangen. Die Butter zur Seite stellen.

4. Für die Biscuits Mehl, Salz und Backpulver (und ggf. etwas Zucker) mischen. Die kalte Butter in kleinen Stücken zugeben und verkneten. Die Zutaten sollten sich verbinden, die Butterstückchen aber noch erkennbar sein. 15 Minuten sehr kalt stellen.

5. Die Buttermilch abmessen: Man braucht 300 ml. Ggf. mit mehr Buttermilch oder Joghurt auffüllen und dann mit einer Gabel unter die eiskalte Butter-Mehl-Mischung rühren. Zu einem Teig vermischen. Dieser sollte ausrollbar sein, ggf. also mehr Mehl zufügen.

6. Auf einer bemehlten Arbeitsfläche etwa 2,5 cm dick ausrollen und mit einem Glas Taler ausstechen.

7. Den Ofen auf 220 Grad Umluft vorheizen. Die Taler auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben, die Oberfläche mit geschmolzener Butter bestreichen und die Biscuits für 12–15 Minuten backen, bis sie goldbraun und aufgegangen sind.

8. Mit der Kaffeebutter servieren.




Vermutlich werde ich jetzt immer, wenn ich das Buch in die Hand nehme, an diesen Tag denken. Die vielen Kaffeespritzer werden sicher nach und nach verblassen, aber wohl nie wieder verschwinden. Ich finde das okay, Kochbücher sollten benutzt aussehen.

Lasst es Euch gut gehen!

Eure










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