Rezension: Shaken. Auf einen Drink mit James Bond.


Dass ich Cocktails liebe, dürfte allgemein bekannt sein. So habe ich nicht nur meine hauseigene Cocktailbar auf Küchenliebelei eröffnet, keine Kosten und Mühen gescheut um das Downton Abbey-Cocktailbuch auf Herz und Nieren (und Leber!) zu testen, sondern auch einen James Bond-Abend veranstaltet. Kein Wunder also, dass ich mich auch dem neusten Cocktailbuch widme:

Shaken. Auf einen Drink mit James Bond & Ian Fleming.



{Dieses Buch habe ich als kostenfreies Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen. Eine weitere Bezahlung ist nicht erfolgt. Meine Meinung ist unbeeinflusst.}

ISBN: 978-3-88117-209-7
Hölker-Verlag
224 Seiten
Format: 21,0 x 14,9 cm
Hardcover
Einband: mit Folienprägung
20,00 €  

Der erste Eindruck:
Ein schwarzes Buch im handlichen Format, darauf goldene Schrift und goldene Illustration? Moment, hatten wir das nicht gerade erst? Ja, die Ähnlichkeit zwischen dem Downton Abbey-Cocktailbuch aus dem Prestel-Verlag und dem James Bond-Cocktailbuch aus dem Hölker-Verlag ist vorhanden. Aber: Ich versuche, diese beiden Bücher nicht miteinander zu vergleichen. Ja, beides sind Cocktailbücher, beide haben ihren literarischen oder filmischen Ursprung in England. Aber da enden die Gemeinsamkeiten und ich will mich heute nur James Bond widmen. 

Aufbau und Inhalt:
Nach einem Vorwort von Fergus Fleming ‒ dem Neffen von Bond-Autor Ian Fleming ‒  und einer kurzen Einführung zum Thema Bar-Ausstattung geht es in fünf Kapiteln um Cocktails:

1. Straight up
2. On the rocks
3. Longdrinks
4. Fizz
5. Exotisch

Zu jedem Cocktail gibt es dann auch eine kleine Zitatesammlung aus den Büchern und ein paar interessante zusätzliche Informationen. Allerdings: Keine Bilder aus den Filmen.
 
Straight up, das größte Kapitel, umfasst Klassiker wie den Dry Martini oder einen Daiquiri, ansonsten aber Eigenkreationen aus der Bond-Welt. Ob Schurken wie Scaramanga oder Bond-Girls wie Pussy Galore ‒ hier findet man viele bekannte Namen wieder. On the rocks ist ein wesentlich kleineres Kapitel, enthält drei klassische Cocktails und fünf Eigenkreationen; bei den Longdrinks ist es ähnlich: zwei Klassiker und sechs Eigenkreationen. Im Fizz-Kapitel dreht sich in sieben Cocktails alles um Champagner. Dass es überhaupt noch ein Kapitel mit exotischen Cocktails gibt, verwundert. Denn bereits in den vorigen Kapitel gab es Erdnussbutter-Rum, Bananenlikör und rote Bete-Sirup, also Zutaten, die ich durchaus bereits exotisch finde. Dennoch entführt das letzte Kapitel noch einmal in die Abgründe exotischster Cocktailkreationen:

Zu den Zutaten:

James Bond: Höher, weiter, schneller, mehr! Das trifft auch auf die Zutaten zu. Mit unserer klassischen Ausstattung kommen wir leider nicht sehr weit.
Oft wird zu sehr speziellen Alkoholika gegriffen. Während man statt Hudson Four Grain jeden anderen Bourbon Whiskey, statt Belvedere Wodka einen anderen Wodka oder statt Carpano Antica Formula anderen roten Wermut verwenden kann, sind einige Zutaten jedoch nicht ohne weiteres austauschbar: Basilikum-, Litschi-, Thymian- oder Tannenlikör sind eher speziell; Créme de Mûre, Parfait Amour oder Jinro Soju sind Spirituosen und Zutaten, von denen ich nicht einmal weiß, was sich dahinter verbirgt. Da wäre eine Erläuterung und ein Hinweis, wo man es kaufen kann, hilfreich gewesen! (Die Auflösung ist: Brombeer-Likör, Veilchen-Likör und ein Reis-Destillat). Auch bei der Dekoration wird es extravagant: Essbare Schneeflocken, Pandanblatt, Bienenwabe, Blattgold.
Positiv anmerken kann man jedoch, dass für viele spezielleren Zutaten Rezepte angegeben werden: Haselnuss-Orgeat, Roibuschsirup oder Wasabiwasser kann man etwa ganz einfach selbst herstellen.

Ausprobiert:











Breakfast Royale



Casino Royale
















Trueblood


Moneypenny                                 &    Negroni
(ohne Blogbeiträge)

Was ich noch ausprobieren möchte:

Das Problem ist, dass viele der Cocktails wirklich spezielle Zutaten erfordern. Grundsätzlich reizen mich aber einige der Cocktails, etwa The Supercharger, mit Vanille- und Ingwerlikör, Le Chiffre, mit Calvados, Chartreuse, Honig, Thymianlikör und Cidre, oder Felix, für den man Ahornwasser braucht.

Fazit:


Dieses Cocktailbuch ist kein Einsteigerwerk und keines für den Alltag. Man braucht nicht nur eine sehr gut ausgestattete Bar, sondern auch die Freude und die Bereitschaft, neues auszuprobieren und in neue Zutaten zu investieren. Dafür wird man mit einer Vielfalt ausgefallener Getränke belohnt. Die meisten Cocktails sind alles andere als gewöhnlich und bringen interessante Komponenten zusammen. Wer auf der Suche nach ausgefallenen Getränken, Inspirationen und Ideen ist, der wird hier definitiv fündig. Aber: In die erste Auflage haben sich noch ein paar Fehler eingeschlichen! An der ein oder anderen Stelle gibt es bei den Zutaten eine 0 zu viel (so gehören in The Mighty Nightmare nicht 200 ml Odkka Fresh Cut Grass Wodka, sondern nur 20 ml und in Pussy Galore statt 250 ml roten Wermuts nur 25 ml!). Auch wirken leider einige der aus dem englischen übersetzten Passagen holprig (etwa, wenn ein Cocktail als „pflanzlich“ beschrieben wird, obwohl das englische „floral“ vielleicht besser mit „blumig“ getroffen wäre oder das Verhältnis zwischen Bond und Moneypenny als „feste und liebevolle Beziehung“ benannt wird, obwohl eine feste Beziehung eben etwas ist, dass sie gerade nicht haben).

Für Liebhaber daher ein zu empfehlendes Buch.



Lasst es Euch gut gehen!
Eure







0 Kommentare:

Kommentar posten

Wenn Du magst, dann hinterlasse mir doch einen Kommentar – ich würde mich freuen!

Wenn du auf meinem Blog kommentierst, werden die von Dir eingegebenen Formulardaten (und unter Umständen auch weitere personenbezogene Daten, wie z. B. deine IP-Adresse) an Google-Server übermittelt. Mehr Infos dazu findest du in meiner Datenschutzerklärung und in der Datenschutzerklärung von Google.

 

Bisher verfasst...

Blogaktionen


Geschirr mit Geschichte


Beliebte Beiträge

Ich gehöre auch zu...