Baozi mit Schweinebraten

“The comfort of ritual, the reassurance of the familiar, is important to me. Doing repetitive, domestic things ‒ kneading bread, stirring soup ‒ on the same day each year helps me feel grounded. But that repetition must be seasoned with the new.  I donʼt want ever to stand still.”

‒ Nigel Slater, The Christmas Chronicles

 

Silvester gab es bei uns Raclette. Dieser Tatsache und dem Umstand, dass man dafür grundsätzlich zu viel eingekauft, habe ich es zu verdanken, dass wir zwei kleine Schweinelenden übrig hatten. Direkt kamen mir für deren Verwendung zahlreiche Ideen in den Kopf. Im Teigmantel gebacken, wie vor knapp zwei Jahren? Oder in Scheiben kurzgebraten, mit Nudeln und Sauce? Oder ‒ und sobald ich den Gedanken hatte, wusste ich, dass es darauf hinauslaufen würde ‒ als Baozi-Füllung?

 



Dieses Rezept habe ich vor rund dreieinhalb Jahren zum ersten Mal gekocht, gegessen und verbloggt. Es waren die ersten Baozi, die ich jemals gegessen habe, zubereitet im Dampfgarer meines Schwiegervaters. Und sie waren großartig! Die Bilder waren es nicht. Wie froh ich bin, dass ich sie trotzdem damals verbloggt habe, denn wer weiß, ob ich das Rezept sonst wiedergefunden hätte. Also Zeit für eine Neuauflage, minimal angepasst und mit Bildern, die zumindest ein kleines bisschen besser sind, als die alten (wobei es schwer ist, von Baozi gute Bilder zu machen ‒ sobald sie aus dem Dampfkorb kommen, will man sie essen!).

 

Schon damals schrieb ich, dass dieses Rezept ein bisschen aufwändig ist. Aber ich bleibe dabei: Es lohnt sich! Was sich ebenfalls lohnt ist die Investition in Dampfkörbchen aus Bambus. Ich habe mir ein Set im Asiamarkt gekauft und gare daher portionsweise. Das Resultat ist immer wieder großartig. 

 

 


 

Wenn man nicht alle Baozi sofort isst (und ich empfehle, direkt ein paar mehr zu machen!), dann kann man die übrigen am nächsten Tag noch einmal scharf in der Pfanne anbraten. Aus fluffig-weichen Hefebrötchen werden dann knusprig-krosse Leckerbissen. Ich kann mich kaum entscheiden, welche ich lieber mag. Das Rezept erfordert 300 g Schweinebraten. Auch hier lohnt es sich, direkt ein bisschen mehr zu machen. Eine von vielen tollen Verwendungsmöglichkeiten für den Braten zeige ich Euch morgen!

  

Zutaten für den Schweinebraten (für die Brötchen bräuchte man 300 g des fertigen Bratens):


1‒2 Schweinelenden (375‒500g Gesamtgewicht)

2 EL helle Sojasauce
1,5 TL dunkle Sojasauce
1,5 EL Zucker
1,5 TL Fünf-Gewürze-Pulver
0,75 TL Natron
1 TL zerdrückter Knoblauch
1,5 EL Pflanzenöl

 

Zubereitung des Schweinebratens:

 

Das Fleisch von Sehnen, Haut und Fett befreien. Längs halbieren und dann die Hälften quer in 15cm große Stücke schneiden.

Für die Marinade alle übrigen Zutaten vermischen.

Nun das Fleisch für mindestens anderthalb Stunden, gerne aber auch über Nacht, marinieren. Dafür habe ich es mit der Marinade in einen Gefrierbeutel gegeben, zugeknotet, gut durchgemischt und in den Kühlschrank gestellt. So wird alles gleichmäßig mariniert.
 

Den Ofen auf 200 Grad Umluft vorheizen. Ein Rost auf der zweithöchsten Schiene mit aufheizen. Die Fettpfanne mit 250ml Wasser füllen und unter dem Rost einschieben.


Wenn der Ofen vorgeheizt ist, das Fleisch mit Abstand zueinander auf dem Rost verteilen und 12 Minuten backen, dann umdrehen und noch einmal 5 Minuten backen. Dann sollte die Oberfläche schön glänzen, am Rand schon gut gebräunt und innen noch rosig sein. (Da ich gerade schwanger bin, habe ich das Fleisch diesmal etwas länger gegart, sodass es durchgebraten war.)

Aus dem Ofen nehmen und vor dem Anschneiden ein paar Minuten ruhen lassen. Dann entweder aufschneiden und sofort servieren (beispielsweise mit Reis und Spinat) oder abkühlen lassen. Das Fleisch schmeckt auch kalt. Oder weiter verwenden für die gefüllten Brötchen:


Zutaten für 16 Baozi:

Für Teig:

350 g Mehl
2 EL Zucker
eine Prise Salz
2 TL Backpulver
1,5 TL Trockenhefe
200 ml warmes Wasser
2 EL Erdnussöl

Für die Füllung:

300 g Schweinebraten (siehe oben)
3 geh. EL Hoisinsauce
2 EL dunkle Sojasauce
2 Frühlingszwiebeln
1 TL Fünf-Gewürze-Pulver
1 geh. EL Maisstärke, in 5 EL Wasser gelöst


Zubereitung:

 

Alle trockenen Zutaten für den Teig in einer Rührschüssel vermischen. Öl und Wasser zugeben und mit den Händen oder einem Handrührgerät zu einem glatten Teig verkneten. An einem warmen Ort für 1–2 Stunden gehen lassen.

 

Für die Füllung den Schweinebraten fein würfeln. Die Frühlingszwiebeln hacken. Alles mit den Saucen mischen und mit Fünf-Gewürze-Pulver würzen. Die Stärke in einem Glas mit Wasser anrühren und zu der Füllung geben. Alles gut verrühren.

 

Den Teig nach dem Gehen durchkneten und in 16 Portionen teilen. Jede Portion zu einem Kreis (⌀ etwa 7,5 cm) ausrollen, je 1–2 EL der Füllung in die Mitte geben und den Teig darüber wie eine Knospe verschließen. Die Brötchen mit der Naht nach unten auf ein kleines quadratisches Stück Backpapier legen.

 

Die gefüllten Brötchen portionsweise mit dem Stückchen Backpapier in einen Dampfkorb oder einen Dampfgarer legen. Dabei sollten sich die einzelnen Brötchen nicht berühren. 10–15 Minuten dämpfen. Dann direkt servieren, optinale Beilagen sind Salat und eine Sauce zum Dippen.

 

Zutaten für einen schnellen Dip (ich improvisiere da meistens, daher nur grobe Angaben):

 
1 geh. EL Chili-Shrimp-Paste (aus dem Asiamarkt)
3 EL dunkle Sojasauce
eine Prise 5-Gewürze-Pulver
etwas Chinkiang-Essig (alternativ Reisessig)
etwas Pflaumensaft
 
1 EL Stärke in etwas Wasser aufgelöst 

Zubereitung:

Alle Zutaten in einem kleinen Topf aufkochen.

 


 

Wie startet ihr (kulinarisch) in das neue Jahr? 


Lasst es Euch gut gehen!
Eure










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